Damaskus und anderswo: Wiederaufbau zwischen Hoffen und Bangen Reisebeobachtung
Von Severin Rapp
Wiederaufbau zwischen Hoffen und Bangen
Seit der Machtübernahme durch Präsident Ahmed al-Sharaa und der von ihm angeführten HTS-Miliz (Haiat Tahrir asch-Scham) ist es ruhiger geworden in der internationalen Berichterstattung zu Syrien. Wie geht es den Menschen in Damaskus und der dortigen Region? Blicke auf ein Land, in dem die Zerstörung nur eine Querstraße von der Hochkultur entfernt ist.
Anfang Februar, etwas mehr als ein Jahr nach dem Sturz des Assad-Regimes lässt die Sicherheitslage es zu, der Hauptstadt Damaskus und der umliegenden Region einen Besuch abzustatten. Was sagen die Menschen? Wie hat sich ihr Leben seitdem verändert?
Pauschal lässt sich diese Frage kaum beantworten, zu heterogen ist die Bevölkerung, zu unterschiedlich sind die Meinungen.
Gerne hätten wir – Antonia Titze von der österreichi –
schen Tageszeitung Der Standard, Michael Kranabetter, freier Fotograf, Ahed Matook, Übersetzer und ich – mit Angehörigen aller Bevölkerungsgruppen gesprochen. Das jedoch gestaltet sich der schieren Vielzahl wegen als schwierig.
Um mit ersten Beobachtungen anzufangen: An der jordanischen Grenze zu Syrien stauen sich die vollen
Lastkraftwagen, die Baumaterial ins Land liefern und leere Laster, die nach Jordanien fahren, um Nachschub zu holen. Nach 15 Jahren Bürgerkrieg ist viel zerstört.
Überall wird deshalb gebaut.
Das birgt aber auch ein Risiko, an das man im ersten Moment nicht denken mag: Minen, Streubomben und nicht detonierte Mörser- und Raketen-Munition, die in den zerstörten Stadtteilen unter den Trümmern verborgen liegen.
