Call

cfp_hl50_2

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Call for papers: Hinterland #50
::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Schwerpunkt: utopie
::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Liebe Freund*innen, liebe Autor*innen, liebe Träumer*innen,

die Hinterland wird 50 Ausgaben alt – da wird es doch einmal Zeit, an die Zukunft zu denken. Aber nicht an irgendeine Zukunft, sondern an die bestmögliche für alle. Denn was nutzt diese ganze Zukunft, wenn sie nicht Freiheit, Glück, Kuchen und Cocktails mit kleinen Schirmchen für alle bringt?

Wir wollen zur Jubiläumsausgabe nach den Sternen greifen. Stellt euch doch einmal vor: Wie könnte sie aussehen, die bessere Welt für alle? Eine Welt, in der es egal ist, wie dunkel deine Haut ist und du ihretwegen nicht diskriminiert wirst. Eine Welt, in der es egal ist, wo du geboren wurdest oder aus welcher Gegend deine Eltern kommen. Eine Welt, in der du lieben kannst, wen du willst, und sein kannst, wie du willst. Eine Welt ohne Grenzen, in der alle Menschen sich frei bewegen können.

Stellt euch eine Welt vor, in der alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser, zu genügend gesunder Nahrung und zu Bildung haben, in der es medizinische Versorgung und Impfstoff für alle gibt – und auch kostenlose Menstruationsprodukte. Eine Welt, in der niemand zur Lohnarbeit gezwungen ist, eine Welt ohne Klimawandel, dafür mit modernen Technologien für alle. Eine Welt ohne Nation, ohne Staat, ohne Umweltzerstörung – und ohne Kapitalismus. Ist das dann dieser Kommunismus? Oder einfach nur Träumerei?

In Kultur und Popkultur, in Literatur, Comic, Musik und Film wird die Utopie greifbar. Von Thomas Morus‘ Utopia bis Gene Roddenberrys Star Trek träumen Künstler*innen von einer besseren Welt. Ist die Utopie am Ende aber vielleicht doch nur der „ou-topos“, der „Nicht-Ort“, wie der griechische Ursprung des Wortes vermuten lässt? Der Nicht-Ort, der nur in der Fantasie und nicht in der Realität existieren kann? Ist der Glaube an eine bessere Welt am Ende nur die vergeistigte Flucht aus der schlechten? Ist die Utopie ein neuer Mythos?

Und sind alle Utopien automatisch positive und fortschrittliche? Was ist mit den Utopien von Rechten und Verschwörungsideologen, von Islamist*innen oder fundamentalistischen Christ*innen, die von Weltherrschaft und der Vernichtung allem Abweichendem träumen? Deren Utopien sind für emanzipatorische Menschen schlicht Dystopien und Horrorvorstellungen – aber sie existieren nicht minder in den Köpfen.

Wir von der Hinterland betrachten alle Utopien – auch wenn wir nicht alle teilen. Und wir wollen eure hören. Schickt uns undogmatische Utopien und zuversichtliche Zukunftsvisionen, interessante Interviews oder kritische Kommentare zu Kapitalismus und Klimawandel. Schreibt gewagte Glossen, träumerische Tiraden, eindrucksvolle Essays oder amüsante Anekdoten. Macht Bilderstrecken und Graphic Novels. Schickt uns, was immer euch zu „Utopie“ einfällt.

Ganz besonders freuen wir uns auf eure Texte, wenn ihr Fluchterfahrungen gemacht habt oder wenn ihr People of Color seid, wenn ihr behindert werdet oder wenn ihr aus der LGBTIQ*-Community kommt. Denn eure Utopien und Träume interessieren uns.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Ideenabgabe: 21.09.2021
Redaktionsschluss: 09.11.2021
Ideen an: redaktion@hinterland-magazin.de

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Bis dahin: Hört nicht auf zu träumen, bis wir alle bei Kuchen und Cocktails am Strand sitzen!
Eure Utopist*innen von der
Hinterland-Redaktion