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Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | 25.05.2015
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INHALT NR. 28:

zitiert - kommentiert (PDF)
Von Hubert Heinhold
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Blutorangen(PDF)
Illegalisierte Arbeiter in Süditalien
Eine Fotostrecke von Diana Reiners, Carole und Gilles Reckinger
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„Denk ich an Deutschland in der Nacht“(PDF)
Die Hilfe der Helfenden fruchtet nicht, wenn der Staat zum Rassismus erzieht.
Von Human
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Über den Tellerrand kotzen(PDF)
Spendenbereite können oft nicht unterscheiden, wer eigentlich Spendenakquise im Namen der Flüchtlinge betreibt
Ein Widerspruch von Christian Jakob
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Soziale Arbeit: Hier werden Sie geholfen(PDF)
Übt Soziale Arbeit manipulative Kontrolle aus oder geht es vor allem um Dienstleistung und Empowerment?
Von Julia Wiesinger
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Die Undankbaren (PDF)
Hungerstreikende Flüchtlinge sind undankbar, sagt das Bayerische Innenministerium. Doch wofür sollen sie sich eigentlich bedanken?
Eine Antwort von Stephan Dünnwald
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Ehrenamt: „Einfluss und Macht können ein Motiv sein“(PDF)
Warum helfen Sie? Über die Motivlagen weiss Dr. Horst Heydbrink Bescheid
Ein Interview von Christian Steinmüllerr
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Die Leute wollen weisse Kohle kaufen(PDF)
Kunst, Presse und Unterhaltungsindustrie entdecken zunehmend Flüchtlinge als Aufhänger für magere Ideen
Eine Polemik von Matthias Weinzierl

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Ein freundliches Wort ist auch nicht nichts (PDF)
Oder doch nur ein Teekränzchen im Riesenlagerleben? Wir haben eine Ehrenamtliche im Erstaufnahmelager der Münchner Bayernkaserne befragt.
Ein Interview von Jessica Schallock
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Schlanker Staat, volles Sofa(PDF)
Wie der Staat sich seiner Aufgaben entledigt und die Unterbringung von Flüchtlingen privatisieren will.
Ein Kommentar von Christian Jakob
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„Frau Afshar engagiert sich in der Kleiderkammer“(PDF)
Wie sich Asylsuchende im Heimalltag selbst helfen
Von Philipp Schäfer
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Was tun wenn's brennt?(PDF)
Ein Leitfaden für Ehrenamtliche im Flüchtlings- bereich, die im Einzelfall helfen wollen
Von Stephan Dünnwald
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Rechtlos im Rechtsstaat(PDF)
Über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten für Illegalisierte in München das Mindeste einzufordern. Birgit Poppert vom Cafe 104 erzählt über ihre Arbeit.
Ein Interview von Agnes Andrae
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Der Exodus aus Syrien und die Konsequenzen für die Türkei(PDF)
Die Türkei nimmt in einem Monat mehr syrische Flüchtlinge auf als die EU in drei Jahren. Über Arbeitssuche, Staatenlosigkeit und fehlende Perspektiven.
Von Katharina Schmidt
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Abartige gegen Abschiebung (PDF)
LGBTIQ-Flüchtlinge sind in erhöhtem Masse Ressentiments ausgesetzt. Das Vorreiterprojekt Rosa Lila Villa in Wien bietet Schutz und Austausch.
Von Marty Huber
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Ein Server stellt sich vor und braucht Euch(PDF)
Über das Werden und Bleiben des antirassistischen Serverprojekts antira.info
Ein Spendenaufruf von antira.info
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Augenschein des Terrors(PDF)
Eine Reise zu den NSU-Tatorten
Eine Fotostrecke von Friedrich C. Burschel
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Kritik am Rechtsextremismus und Kritik daran (PDF)
Es gibt in Österreich einen kritischen Begriff des Rechtsextremismus. Da schau her! Nicht nur deshalb ist dieser Sammelband lesenswert.
Eine Rezension von Nikolai Schreiter
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Von allen guten Geistern verlassen? (PDF)
Über das Geschwurbel von „Geisterschiffen“
Eine Sprachkritik von Sebastian Huber
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DAS GANZE HEFT ALS (PDF)

Schwerpunkt: Was tun?!
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EDITORIAL:

Liebe Leute,
mit den steigenden Flüchtlingszahlen steigt einerseits die Masse an rassistischen Anfeindungen gegen Geflüchtete und Asylunterkünfte. Manchenorts spült es einen unappetitlichen Mob auf die Straße. Andererseits zeigen sich immer mehr Menschen solidarisch mit Geflüchteten, allein 15.000 demonstrierten unter dem Motto „Flüchtlinge sind willkommen!“ in München. Und viele Menschen wollen ehrenamtliche Hilfe leisten. Doch was ist überhaupt zu tun? Was wird schon getan und: Was leistet eigentlich der Staat, bzw. was leistet sich da eigentlich der Staat?! Letztendlich ist ehrenamtliche Hilfe gerade heute ausgesprochen wichtig. Aber der Grat ist schmal zwischen Engagement, Paternalismus und Elendsprofiteuren. Dafür wollen wir mit dieser Ausgabe ebenfalls sensibilisieren. Wir haben darüber hinaus junge Menschen zu Wort kommen lassen, die einen Freiwilligendienst in anderen Ländern absolviert haben. Diese Fragebögen findet Ihr über das Heft verteilt.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen !
Eure Hinterland-Redaktion


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„Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“
Diese Zeilen schrieb Heinrich Heine in seinem Pariser Exil im Jahre 1844 - nicht um seiner Sehnsucht nach Deutschland, sondern um der Sorge um seine Mutter Ausdruck zu verleihen. Ich möchte heute festhalten, dass wir - inmitten der Hilfsbereitschaft und Hilflosigkeit der Menschen um uns herum - nicht aus dem Blick verlieren sollten, worum es in Deutschland zwanzig Jahre nach dem Anschlag auf das Grundgesetz geht. Es geht darum, dass wir - so die übereinstimmende Annahme - von einer Welle der Solidarität für die Schutzsuchenden erfasst werden. Ich persönlich sehe jedoch keine Welle, sondern einen Bach, der verdorben und abgestanden riecht.
Die große Frage ist, warum sich die Helfenden gerade jetzt empören, wo die Zerstörung von Menschenleben durch die vertrackte Flüchtlings- und Asylgesetzgebung doch seit 1993 Teil der deutschen Geschichtsschreibung geworden ist. Wenn die Helfenden es ernst meinten mit der Hilfe, dann müssten sie auch deutlichere Zeichen gegen die diskriminierenden und zum Teil auch gesetzwidrigen Rahmenbedingungen für Flüchtlinge und Asylsuchende setzen. Sie müssten auf die Stra&sze gehen - wie nach der Fukushima-Katastrophe - und einen wirklichen Wandel in der Flüchtlings- und Asylpolitik verlangen. Die Helfenden greifen jedoch bei ihrer Hilfe auf veraltete und zum Teil kolonialistische Bilder zurück. So wird hier deutlich, was seit Jahrzehnten in der Entwicklungshilfe sichtbar ist. Die Unmündigkeit der Hilfesuchenden aufrecht zu erhalten und die Abhängigkeit von den Helfenden zu sichern spielt auch hier eine nicht unbedeutende Rolle. Wir müssen nicht mehr nach Kongo oder Sri Lanka, um dort Entwicklungshilfe zu leisten. Wir können unser Gewissen auch beruhigen, indem wir den Menschen hier bei uns ein wenig Hilfe leisten. Die Hilfe fruchtet jedoch nicht, wenn der Staat zum Rassismus erziehen möchte. Warum hat der Staat Erfolg damit, diskriminierende Gesetzgebungen umzusetzen? Weil die Bevölkerung nicht nur desinteressiert ist, sondern die menschenverachtende Politik gegenüber Asylsuchenden und Flüchtlingen mitträgt.
Von Human
(der ganze Artikel im PDF Format)
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Rechtlos im Rechtsstaat
Das cafe 104 ist Anlaufstelle für Illegalisierte in München
Was tun für Menschen, bei denen auf den ersten Blick jede Hilfe unmöglich scheint? Das cafĂ© 104 berät seit 1998 Illegalisierte in München. Es ist unabhängig und wird von der Stadt München unterstützt und kooperiert mit Ärzte der Welt. Das cafe 104 macht neben der Beratung für Illegalisierte vor allem auch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Birgit Poppert ist Gründungsmitglied der Anlaufstelle. Im Gespräch erzählt sie, welche Hilfe bei Illegalisierten möglich ist und was für Hürden hierbei im Weg stehen. Ein Interview von Agnes Andrae.
(der ganze Artikel im PDF Format)

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Augenschein des Terrors: Ein Besuch der NSU-Tatorte
Was ist der Fluchthilfeprozess?
Nach bald 200 Verhandlungstagen am Oberlandesgericht München ist der NSU-Prozess zu einer Art Alltagsgeschäft geworden. Als Beobachter und Dauergast auf der Zuschauertribüne wird es zunehmend schwieriger, dem zu entgehen, was man als einen „Terror der Intimität“ beschreiben könnte. Ähnlich negativ berühren die NSU-Tatorte und die Formen des Gedenkens.
Wenn man über Monate und Jahre auf eine enge, schwülwarme Tuchfühlung mit Schaulustigen, Interessierten, „Medienschaffenden“ und Aufsichtspersonal im Justizbunker gehen muss, verklebt bisweilen die Wahrnehmung für das, was wesentlich sein könnte.
Stattdessen bleiben Erinnerungen an die endlosen und über weite Strecken fruchtlosen Befragungen von dreist und bockig auftretenden Zeugen und Zeuginnen aus der Neonazi-Szene oder verstockten Geheimdienstlern. Polizisten und Polizistinnen, die Aussagen von Zeugen bezeugten, die sich wiederum auf ein Aussageverweigerungsrecht berufen konnten. Aber die Opfer und die Betroffenen des NSU-Terrors geraten im Prozessalltag immer weiter in den Hintergrund. Angehörige von Ermordeten oder Geschädigte lassen sich im Gerichtssaal in München kaum noch sehen. Es ist eine Zumutung für sie, dieses Verfahren zu verfolgen, das seinen Blick starr auf die Täter richtet. Die beständig durchgehaltene Ungerührtheit, ja Heiterkeit der Angeklagten Zschäpe ist für sie kaum auszuhalten.

Eine Bildserie des Prozessbeobachters Friedrich C. Burschel.(der ganze Artikel im PDF Format)

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Blutorgangen - Die Lebensbedingungen afrikanischer Orangenpflücker in Rosarno Arbeitslosigkeit, katastrophale Wohnbedingungen und schlechte medizinische Versorgung: Flüchtlinge in Kalabrien müssen mitten in Europa in bitterster Armut und Perspektivlosigkeit leben.
Bilderserie von Diana Reiners, Carole und Gilles Reckinger.
(der ganze Artikel im PDF Format)