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Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | 13.02.2016
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INHALT NR. 30:

zitiert - kommentiert (PDF)
Von Hubert Heinhold
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Dublins Tod(PDF)
Der Balkan zwischen staatlicher Kontrolle und Autonomie der Migration
Von Kaveh Rostamkhani (Fotos) und Marc Speer (Text)
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Der kurze Sommer der Bewegungsfreiheit (PDF)
Ein Blick auf eine Phase willkommener Instabilität .
Von Christian Jakob
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Österreich schiebt weiter (PDF)
Bei den Willkommensweltmeisterschaften 2015 hofft Österreich auf eine gute Platzierung
Von Nikolai Schreiter
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„Kein Geschäft, sondern eine Aufgabe“ (PDF)
Nicht lumpen lässt sich der Homberger Bürgermeister Béla Dören...
Ein Interview von Jessica Schallock
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Passau Under Pressure (PDF)
Eine Stadt zwischen Ankommen & Wegwollen
Von Felix Balandat
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„Wir“, das sind auch die Neuankömmlinge (PDF)
Ein Interview von Sil Egger
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Derweil im Bundestag (PDF)
Wie die Bundesregierung Ladenhüter der Abschottungspolitik neu auflegt
Von Ulla Jelpke
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Zehn Gramm Scheiße täglich (PDF)
Völkischer Mob und Kapitalismus gehen zusammen
Von Friedrich C. Burschel
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„Zigeunerlager“(PDF)
prache kann Menschen zu Nutzlosen entwortene
Von Josef Bierbichler
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Pegida kaputt denken!(PDF)
Warum diese Bewegung kein Aufstand der Randständigen ist
Von Human
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„Die Geschichtsbücher werden uns freisprechen“ (PDF)
Fluchthilfe ist machbar. Max Thalbach über die Kampagne fluchthelfer.in
von Agnes Andrae
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Hotel Very Welcome(PDF)
Alternative Wohnprojekte in Augsburg, München, Frankfurt, Berlin und Wien
Von Jessica Schallock
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Unter anderen Umständen (PDF)
Wie sich eine Hebammenpraxis für schwangere Geflüchtete einsetzt
Cordula Flegel
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„(...)“ (PDF)
Ein exklusives Interview mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann .
Von Christian Andrae
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Zwischen Legalisierung und Abschiebe-Razzia(PDF)
Eine tödliche Außengrenze der EU verläuft durch den nordafrikanischen Staat
Von Bern(h)ard Schmid
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Geliebtes Feindbild (PDF)
Warum die 2. Internationale Schlepper- und Schleusertagung medial rein knallte
on Matthias Weinzierl
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Zschäpes offenes Haar (PDF)
Der Wahnsinn im NSU-Prozess geht weiter
Von Friedrich C. Burschel
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DAS GANZE HEFT ALS (PDF)

Schwerpunkt: Was geht
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EDITORIAL:

Liebe Leute,
es hängt ganz davon ab, wen man fragt: zu viele Flüchtlinge - noch lange nicht genug Flüchtlinge, die Grenzen sind zu offen - die Grenzen sind nicht offen genug, schuld ist der Krieg, die Wirtschaft, die Politik, die Religion, die Schleuserbanden, schuld ist Griechenland, die Türkei, Ungarn, Österreich. Deutschland ist auch schuld, aber mal die Zivilgesellschaft, Wutbürger, Gutbürgerinnen, Packbürger, die Bürokratie, Merkel, Seehofer, Herrmann, Petry, Gabriel.
Es war tatsächlich ein heißer Herbst. Umso leichter, den Überblick zu verlieren. In Zeiten, in denen mit Thomas de Maizière ein wasch- echter, buchstäblicher Verunsicherungsminister für ordentliche Verwirrung von oben herab sorgt, hallt aus den Untiefen der Hinterland-Redaktion die Frage: „Was geht?!“ Was passiert zurzeit jenseits reißerischer Schlagzeilen, ideologischer Grabenkämpfe und ministeriell verordneter Unsicherheit? Was tut sich auf den Fluchtrouten, in den Herkunftsländern, im Bundestag, in der Fluchthilfe? Was - bei aller Liebe für hitzige Debatten - geht gar nicht?
„Was geht?!“, haben wir uns also gefragt und hier sind die Antworten. Was in Österreich in Hinsicht auf Flucht und Fluchthilfe geht, verrät uns Niko Schreiter. Ulla Jelpke gibt uns einen Lagebericht aus dem Bundestag und einen Blick in die Details aktueller Asylgesetz- gebung. Überall versuchen Menschen, sich Schlaues einfallen zu lassen, um zu helfen - wir haben mit einigen gesprochen. Was schon ging, ist die 2. Internationale Schlepper- und Schleusertagung in München - wie's gelaufen ist, erfahrt ihr hier. Und um den Wald vor lauter Bäumen nicht zu vergessen, halten wir das Ohr auch dicht an die Ereignisse im NSU-Prozess. Fritz Burschel versorgt uns mit dem Neuesten.
Damit solltet Ihr vorerst mit Lektüre für den Wintereinbruch versorgt sein - und vielleicht mit ein bisschen Information und Inspiration. Dass a bisserl was immer geht, wünscht euch zuversichtlich
Die Hinterland-Redaktion



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Österreich schiebt weiter
Seit die Zahl der Flüchtlinge nach Europa steigt, hat sich auch in Österreich einiges geändert: Das Bundes- heer fährt flüchtende Menschen gratis zur deutschen Grenze und Freiwillige helfen bei der Notversorgung. Im Asylwesen aber hat es keine Besserungen gegeben und das, was als Versuch verkauft wird, politisch mit der Situation umzugehen, bringt höchstens nichts - am allerwenigsten für die Menschen auf der Flucht. Ein Bericht über die komplexe Situation in Österreich.
Viele der Menschen, die über Ungarn nach Österreich kamen und jetzt über Slowenien kommen, wollen hier nicht bleiben. Die meisten wollen weiter, viele nach Deutschland, einige auch in andere Länder. Wie viele wirklich österrei- chischen Boden betreten, ist ungesichert. Wie FM4.orf.at schreibt, werden nach Auskunft des Innenministeriums Refugees, die in Österreich keinen Asylantrag stellen, „abhängig von den behördlichen Kapazitäten und nach Maßgabe der Verhältnisse“ registriert. Von den 276.428 Menschen, die zwischen 5. September und 14. Oktober in Österreich erfasst wurden, haben nur 10.553 einen Asylantrag gestellt. Knappe vier Prozent.
Die Menschen, die einen Asylantrag stellen, haben Anspruch auf Grundversorgung durch den Staat: In Quartieren mit Vollverpflegung bekommt der Quartiersgeber pauschal 19 Euro pro Tag. Bei Selbstverpflegung bekommen die Asylbewerber und Asylbewerberinnen 150 Euro pro Monat, Krankenversicherung und dazu jeweils 40 Euro monatlich Taschengeld. Normalerweise wird, wer in Österreich einen Asylantrag stellt, in einer der beiden Erstaufnahmestellen untergebracht: EAST Ost in Traiskirchen in der Nähe von Wien, oder EAST West in Thalham in der Nähe des Attasees. Normalerweise, denn insbesondere Traiskirchen ist seit Monaten in den Negativschlagzeilen. Seit Anfang August wurde dort immer wieder ein Aufnahmestopp verhängt. In der Einrichtung, die für etwa 1800 Personen ausgelegt ist, waren über den Sommer zeitweise über 4000 Asylwerber und Asylwerberinnen untergebracht..
Von Nikolai Schreiter

(der ganze Artikel im PDF Format)
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„Zigeunerlager“
Der Schauspieler und Schriftsteller Sepp Bierbichler kritisiert bei seinem „Überraschungs-Auftritt“ auf der Kundgebung gegen die Erichtung von Romalagern in Bayern am 27. Juli 2015 auf dem Münchner Max-Josef Platz die scharfzüngige Rhetorik der CSU in der Flüchtlingspolitik. Hier der Wortlaut seiner Rede.
Tausende aus unserm Land sind vor zwei Generationen vor staatlichem Terror ins Ausland geflohen, um ihr Leben zu retten, und Millionen, denen diese Flucht nicht mehr gelungen ist, sind durch ihre Ermordung gezwungenermaßen zum Stachel der Erinnerung im Erbfleisch der Nachgeborenen geworden – und haben damit posthum und ungefragt die Erziehung der Sprösslinge ihrer Mörder zu möglicherweise sozial agierenden Menschen übertragen bekommen. Diese Nachgeborenen sehen sich gerade zum ersten Mal wirklich vor die Probe aufs Exempel gestellt: Tausende begehren Aufnahme in dieses Land, ihrerseits auf der Flucht vor Krieg und staatlichem Terror in ihren Ländern. Die theoretische Erziehung will praktisch umgesetzt werden. Das erzeugt Stress. Die Probe heißt: Hat der Stachel im Fleisch der Erinnerung bei den Sprösslingen Früchte getragen?
Knapp und ohne Sentimentalität hat Walter Benjamin dieses Erinnern formuliert, bevor er sich, aus Angst vor der Auslieferung an die Mörder, in den Freitod geflüchtet hat: „Vergangenes historisch artikulieren heißt (...), sich einer Erinnerung bemächtigen, wie sie im Augenblick einer Gefahr aufblitzt.“
(der ganze Artikel im PDF Format)

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Derweil im Bundestage
Die Bundesregierung wühlt in der Mottenkiste der Asylgesetzgebung.
Worum geht’s?
Das Thema Flüchtlinge ist im Jahr 2015 so präsent wie kaum ein anderes. In den Medien, in der Politik und auch im gesellschaftlichen Diskurs geht es um Fluchtrouten, Schleuserkriminalität und die Aufnahme und Versorgung Asylsuchender. An der Frage des Umgangs mit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ scheiden sich die Geister. Neben den voraussehbaren Spannungen zwischen den Koalitionsparteien brodelt es mittlerweile auch heftig innerhalb der Union.
Nach der Bleiberechtsnovelle im Juli 2015, welche die uferlose Ausdehnung der Abschiebehaft mit sich brachte, stand im Oktober 2015 bereits die nächste Asylrechtsverschärfung auf dem parlamentarischen Programm. Diese treibt die diskriminierende, pauschale Kategorisierung von Schutzsuchenden in vermeintlich „gute“ und „schlechte“ Flüchtlinge weiter voran. Neben verfassungswidrigen Leistungskürzungen und unangekündigten Abschiebungen ist nun auch die monatelange Kasernierung von Asylsuchenden in Erstaufnahmelagern inklusive Residenzpflicht und Arbeitsverbot vorgesehen. Und es wird nicht die letzte Verschärfung im Bereich des Asylrechts gewesen sein. Auch die längst überfällige Umsetzung der EU-Asylverfahrensrichtlinie und der EU-Aufnahmerichtlinie soll für weitere harte Einschnitte – Stichwort Transitzonen – genutzt werden.
Von Ulla Jelpke
(der ganze Artikel im PDF Format)

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Torschlusspanik...banges Hoffen auf einem Platz im Zug am Bahnsteig von Tovarnik. Foto: Kaveh Rostamkhani