...................................................................................................................................................................................................................................... Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | ...................................................................................................................................................................................................................................... |
![]() .................................................................... INHALT NR. 14: Von Hubert Heinhold .................................................................... Böses Spiel mit Flüchtlingen am Nordzipfel Afrikas Von Nikolai Schreiter .................................................................... Über alte Flaschensammler und die ganze Welt Von Phil Zero .................................................................... Skizzen zum Überleben und Unterleben im posthumanen Kapitalismus Von Georg Seeßlen .................................................................... Die unglaubliche Geschichte zweier russischer Eheleute Von Dorothee Chlumsky und Alban Knecht .................................................................... Migrantische Care-Workers als Basis der Pflegedienste Von Juliane Karakayali .................................................................... Was den Bestatter umtreibt und wo MigrantInnen liegen Von Lan-Na Grosse .................................................................... Ein Portrait von Martin Löwenberg Von Michael Backmund .................................................................... Die Leerstellen in der Debatte um Altersfestsetzungen & die theorielose Diktatur der Pragmatik im Umgang mit jugendlichen Flüchtlingen Von Thomas Berthold und Niels Espenhorst .................................................................... Unbegleitete jugendliche Flüchtlinge, Altersfeststellung & Dublin-II Ð Ein rechtlicher Aufriss Von Maria Bethke und Dominik Bender .................................................................... Ein Clearinghaus für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge trotzt den politischen Vorgaben Von Veronika Weis .................................................................... Die Sudeten kommen nach Augsburg und machen Halli Galli Von Thomas Glatz .................................................................... Plädoyer für die Veröffentlichung einer besorgniserregenden Statistik Von Caspar Schmidt .................................................................... Reaktion auf "Afghanistan den Afghanen", aus Hinterland #12 'Was ist links'? Von [muc] münchen postkolonial .................................................................... Gespräch mit Karl Pfeifer Über eine Konservative Revolution Von Till Schmidt .................................................................... Die Kampagne gegen Dublin-II und warum sie gerade jetzt passieren muss Von Bernd Kasparek .................................................................... Über den Versuch einer "Migrantenfreien Zone" Von Anna-Kristina Pfeifer und Lisa Riedner .................................................................... Maßnahmen gegen bettelnde Roma Von Karin Waringo .................................................................... Die Medienarbeit Von Julia Jäckel .................................................................... Rezension von Fatou Diomes Roman "Der Bauch des Ozeans" Von Eva Bahl .................................................................... Die Odyssee der Familie Ibrahimi Von Stephan Dünnwald .................................................................... |
Schwerpunkt: Alter
..................................................................................................................................................................... EDITORIAL: alter Alter! Hier liegt sie nun in Ihren Händen, unsere 14. Ausgabe mit dem Thema Alter. Im Vorfeld zu ihr haben wir heftig debattiert, was denn darunter eigentlich zu verstehen sei: Sollten wir unser Heft nun Altenwidmen oder vielmehr dem Phänomen Altern, das uns alle und zu jeder Lebensphase betrifft. Wir einigten uns auf einen Kompromiss. So zeigen wir tatsächlich Alte: wie zum Beispiel das russische Ehepaar, das im Flüchtlingslager altgeworden ist oder den immer noch sehr aktiven Politmethusalem Martin Löwenberg. Wir geben Einblicke in die seltsamen Gebräuche alterMenschen, sei es beim "Sudetendeutschen Tag" zu Augsburg oder aufkommende Rentnergewalt. Daneben nähern wir uns aber auch dem behördlichen Vorgang des Ältermachens von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und beleuchten die Situation migrantischer "care workers" in der Pflegearbeit zu verstehen ist. Und wer vom Alterspricht, kommt am Tod nicht vorbei. So setzt sich Georg Seeßlen mit dem Überleben und Unterleben im posthumanen Kapitalismus auseinander und wir fragen einen angehenden Bestatter, wo MigrantInnen und Flüchtlinge eigentlich ihre letzte Ruhe finden. Darüber hinaus widmen wir uns ausführlich den rechten Umtrieben in Ungarn und wenden uns erwartungsgemäß Eropas Rändern zu, sei es in Calais oder in Marokko. Wir hoffen, uns ist damit eine gute Mischung gelungen, die uns nicht altaussehen lässt - bleiben Sie uns trotz dieses Kalauers gewogen - wir wünschen jedenfalls anregende Lektüre Ihre Hinterland Redaktion ..................................................................................................................................................................... "Alter ist kein Verdienst!"... ... hält die Redensart dem entgegen, der aus der Anzahl seiner Lebensjahre Privilegien oder das "Recht-Haben" ableiten will. Das Gegenteil beweist jeder Rentenbescheid. Auch sonst ist der Spruch falsch. Das Alter hat durchaus Gewicht, etwa wenn es Minderjährige durch die Beschränkung der Geschäftsfähigkeit vor unbedachten Geschäften oder über die Jugendschutzgesetze vor einer "sittlichen Verwahrlosung" schützt. Kaum Relevanz wird dem Alter jedoch im Bereich des Ausländerrechts zugemessen. Die UN-Kinderrechtskonvention, die die menschenrechtlichen Standards für Kinder und Jugendliche benennt, stand bis zum Kabinettsbeschluss vom 3.5.2009, mit dem die Rücknahme der deutschen Vorbehalte beschlossen wurde, in Deutschland unter einem ausländerrechtlichen Primat: Keine Vorschrift sollte so ausgelegt werden dürfen, dass ein/e AusländerIn hieraus Rechte ableiten könnte, die ihr/ihm nicht ohnedies vorher zugebilligt worden wären. Dementsprechend verlegte das deutsche Asyl- und Ausländerrecht die Geschäftsfähigkeit auf das 16. Lebensjahr vor, lie§ die Inhaftierung von Kindern und Jugendlichen zu Abschiebungszwecken zu, vernachlässigte das Gebot der optimalen Förderung und Bildung von Kindern und Jugendlichen zugunsten ausländerrechtlicher Residenz- und Lagerpflichten und achtete das Kindeswohl gering. Dies ist Rechtsgeschichte. Die Streichung des Vorbehalts zur UN-Kinderrechtskonvention muss zu Gesetzesänderungen führen und endlich dem Vorrang des Kindeswohls vor ausländerrechtlichen Maßnahmen Rechnung tragen. Von Hubert Heinhold (der ganze Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... Bayern lebenslänglich Wir besuchen Helena Niekrasova und Lew Vorontsov in ihrer kleinen Wohnung. Die beiden führen uns ins Wohnzimmer. Linoleumboden, Neonlicht, an den Wänden kein Schmuck. Den Mittelpunkt des Raums bilden zwei gegenüberliegende Computerarbeitsplätze.Herr Vorontsov holt Stühle aus der Küche,damit wir uns alle setzen können.Während des Gesprächs suchen unsere GastgeberInnen immer neue Kopien, Briefe und offizielle Papiere hervor. Dieses Wohnzimmer mit seinen Computern, Regalen und Schränken voller Akten scheint das Archiv einer nicht enden wollenden Irrfahrt zu sein. Von Dorothee Chlumsky und Alban Knecht (der ganze Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... Sag mir wie alt du bist! "Das erste Mal bin ich aus Eritrea geflohen. Das zweite Mal aus Malta." - Minderjährige Flüchtlinge auf der Weiterflucht in Europa" - Minderjährige,die sich innerhalb Europas auf der Weiterflucht befinden, sitzen häufig in der Falle von Altersfeststellung und Dublin-II-Verfahren. Wie das Alter bestimmt wird, wer in das Verfahren involviert ist, welche Konsequenzen voneinander abweichende Angaben haben und wo der unbegleitete minderjährige Flüchtling schließlich landet. Von Maria Bethke und Dominik Bender (der ganze Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... Ungern in Ungarn Ungarns konservative Revolution Der österreichische Journalist Karl Pfeifer hat den Holocaust überlebt. Er konnte rechtzeitig vor den Massendeportationen von Jüdinnen und Juden aus Ungarn 1943 fliehen.Seit Jahrzehnten beobachtet er die politischen und gesellschaftlichen Prozesse in Ungarn.Der heute 81jährige gibt Einblicke in das gesellschaftliche Klima und die politische Landschaft Ungarns, das durch seine gegenwärtige "Konservative Revolution" mehr denn je Gefahr läuft,zu einer geschlossenen Gesellschaft zu werden. Das Interview führte Till Schmidt. (den ganzen Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... ![]() Trial and Error Eine Gruppe von Flüchtlingen vertreibt sich die Zeit bis zum nächsten Fluchtversuch. Foto: Julie Rebouillat, Kollektiv Contre-Faits, 2009 |