......................................................................................................................................................................................................................................
Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | 27.11.2014
......................................................................................................................................................................................................................................

....................................................................
INHALT NR. 27:

zitiert - kommentiert (PDF)
Von Hubert Heinhold
....................................................................
Vom Rand der Krise (PDF)
Eine Bilderstrecke aus den kurdischen Gebieten Syriens und des Nordiraks.
Von Birgit Haubner
....................................................................
Helfer oder Halunken (PDF)
Über den diskursiven Wandel vom „Fluchthelfer“ zum „Schleuser“.
von Johannes Stiegler
....................................................................
„Nepper, Schlepper, Bauernfänger“ (PDF)
Die italienische Mission Mare Nostrum und wie sie dem „Schlepperunwesen“ beikommen will.
Von Judith Gleitze
....................................................................
Kundenakquise Einreiseverbot (PDF)
Schleuserdienste im Aufwind, angesichts der neuen „sicheren Drittstaaten“ des Balkans.
Von Karin Waringo
....................................................................
Müsste Superman abgeschoben werden? (PDF)
Über Superhelden ohne Aufenthaltsrechte.
Von John Figueroa
....................................................................
Lob der Schleuser(PDF)
Ein Plädoyer für die Abschaffung von Schleuserparagraphen im Strafgesetz.
Von Axel Nagler
....................................................................
Im Kopf eines Schleppers(PDF)
Eine Berufsbeschreibung.
Von Hamun Tanin

....................................................................
„Der alte Benjamin“
Ein Kapitel Fluchthilfe aus „Mein Weg über die Pyrenäen“
Von Lisa Fittko
....................................................................
Fluchthilfe oder Schlepperei?l (PDF)
Eine historische Einordnung von bejubelter Fluchthilfe zu medialer Schlepperkriminalität.
Von Bernd Mesovic
....................................................................
„Schlepper“,„Schleuser“ – Wahnvorstellung(PDF)
Das Bild vom „Schlepper“ als absolutem Bösewicht hilft, Grenzen dicht zu halten.
Von Katharina Menschick
....................................................................
flüstern gegen wölfe(PDF)
Eine lyrische Miniatur
Von SAID
....................................................................
Risiko Freiheit(PDF)
Eine Ausstellung zur Geschichte der Fluchthilfe für DDR-Bürgerinnen und -Bürgern.
Von Thea Fleischhauer & Clemens Villinger
....................................................................
Mein Jahr als Schleuser(PDF)
Eine Erzählung aus dem bayerisch-österreichischen Grenzland.
Von Federico Saelzer
....................................................................
„Dank eines weißen Teppichs aus Bräuten“ (PDF)
Ein Gespräch mit Gabriele de Grande über seinen Dokumentarfilm „Io sto con la sposa“.
Interview von Agnes Andrae
....................................................................
Solidarität mit den angeklagten Refugees!(PDF)
Seit März stehen acht Personen in Wien wegen Fluchthilfe vor Gericht.
Von Katarzyna Winiecka & Maria Zimmermann
....................................................................
„Man darf Schlepperei gutheißen“ (PDF)
Wie Michael Genner (Asyl in Not) wegen einer Textpassage beinahe vor Gericht gelandet wäre.
Ein Interview von Nikolai Schreiter
....................................................................
Österreichbekämpft das„Schlepperunwesen“(PDF)
Eine Kriminalisierungs-Geschichte.
Von Katharina Menschick
....................................................................
Ausländerbehörde zeigt Flüchtlingshelfer an(PDF)
Aleksandar Ceh ist jetzt „Angeklagter“, weil er Flüchtlinge unterstützt hat..
Ein Interview von Agnes Andrae
....................................................................
Über Grenzen, gegen Grenzen, für die Freiheit (PDF)
Impressionen vom „March for Freedom“ entlang der deutsch-französischen Grenze
Von Veit Schwab
....................................................................
....................................................................


DAS GANZE HEFT ALS (PDF)

Schwerpunkt: Schlepper, Schleuser, Superheld*in.
.....................................................................................................................................................................
EDITORIAL:

Liebe Leute,
Rechtzeitig vor Wintereinbruch könnt ihr die neue, 27. Ausgabe des Hinterland- magazins im Briefkasten begrüßen und habt somit schon für mindestens einen trüben Novembertag fleißig was zu lesen. Und dieses Mal haben wir uns sogar richtig an den The- menschwerpunkt gehalten. Ihr bekommt also inhaltlich genau das, was vorne drauf steht: Artikel, Essays, Erfahrungsberichte, eine Berufsbeschreibung, Lyrisches und Literatur rund um das Thema Schleppen, Schleusen und – leider auch – die dazugehörigen Gerichtsprozesse.
Und dabei geht es jenseits der medialen Aufmerksamkeit, die das Thema momentan zuhauf erfährt, auch um einen erweiterten Blickwinkel auf das „Schleppen“. Denn sobald man es „Fluchthilfe“ nennt bekommt der gleiche Sachverhalt eine neue Bedeutung. Wie paradox es dann wird, jemanden wegen eben dieser Hilfe anzuklagen, zeigen gleich mehrere Artikel in dieser Ausgabe, die nicht nur den begrifflichen Perspektivenwandel sondern auch die entsprechenden juristischen Interpretationen thematisieren. Spannend also wie die derzeit laufenden „Schlepperprozesse“ weitergehen. Wir werden berichten.
Als kleines hochaktuelles Winterextra haben wir euch in dieser Ausgabe außerdem eine Beilage zur diesjährigen Lagerinventour dazu gelegt, denn der Bayrische Flüchtlingsrat war im Oktober wieder in ganz Bayern unterwegs und hat fleißig mitgeschrieben und fotografiert.
Und in eigener Sache: Nachdem sich auch die Hinterlandredaktion in diesen mobilen Zeiten immer wieder mit dem (ungenehmigten) Wegzug von Redaktionsmitgliedern konfrontiert sieht, freut sich der verbliebene Rest über redaktionelle Verstärkung. Also an alle, die gerne schreiben und korrigieren (und kein Geld dafür wollen), schreibt uns und kommt vorbei.
So, nun ist‘s aber gut.

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Herbst von der Hinterland-Redaktion


Hinterland-Beilage Lagerinventur (PDF)


.....................................................................................................................................................................

Helfer oder Halunken?
Eine Betrachtung des Wandels von der Figur des „Fluchthelfers“ zur Figur des „Schleusers“.

Die Website „SCHLEUSER.NET“ irritiert. Denn dies ist die Internetpräsenz des „Bundesverband Schleppen & Schleusen“. Unverblümt präsentiert der Verband sich als „Lobbyorganisation für Wirtschafts-Unternehmen, die sich auf den undokumentierten, grenzüberschreitenden Personenverkehr spezialisiert haben“. Dieses offensive Auftreten überrascht, hauptsächlich weil die Beihilfe zum undokumentierten Grenzübertritt strafbar, aber auch, weil der Begriff ‚Schleuser‘ selbst stark negativ konnotiert ist. Die Verwunderung erklärt sich auf den zweiten Blick, auf den sich der Bundesverband als interventionistisches Kunstprojekt entpuppt. Die Infragestellung des negativen Bildes von „Schleusern“ ist Ziel dieses Projekts. Angesichts der deutschen Migrationsdebatte der letzten Jahre ist eine kritische Betrachtung des Schleuser-Diskurses überfällig. Zudem wird bei näherer Betrachtung der Hilfe zum undokumentierten Grenzübertritt, also der „Schleusung“, deutlich, dass diese nicht immer verpönt und kriminalisiert war, sondern dass ihre Bewertung stark von den historisch-politischen Gegebenheiten abhängt.
In Presseberichten werden „Schleuser“ häufig der organisierten Kriminalität zugerechnet. Sie werden als Banden beschrieben, die hohe Preise für ihre Dienste kassieren und ihnen ausgelieferte Menschen skrupellos in Lebensgefahr bringen. Häufig werden sie mit Menschenhandel in Verbindung gebracht. Auch staatliche Institutionen verbreiten diese negative Darstellung. Beispielsweise stellte Innenminister Hans-Peter Friedrich im Interview mit dem ARD- Magazin ‚Panorama‘ im September 2013 „Schleuserbanden“ undifferenziert in den Kontext von „organi- siertem Menschenhandel in jeder Form, Zwangspros- titution“ und erklärte alleine sie zu Schuldigen am Tod von Flüchtenden. Sein Vorgänger Wolfgang Schäuble hatte 2008 in einem Interview mit dem Deutschlandradio ebenso „den Schleuserbanden“ vorgeworfen, „wirklich organisierte Kriminalität, menschenverachtende organisierte Kriminalität [zu] betreiben“. Und dieses Bild ist es, gegen das der „Bundesverband Schleusen & Schleppen“ interveniert. Eines seiner Ziele ist „die Verbesserung des Images von 'SchlepperInnen und SchleuserInnen' [und] die Richtigstellung der staatlichen Öffentlichkeitsarbeit“.
Von Johannes Stiegler.
(der ganze Artikel im PDF Format)
.....................................................................................................................................................................
Im Kopf eines Schleppers
Ob ich ein guter oder schlechter Mensch bin, möchte ich hier nicht diskutieren (lassen). Denn diese Diskus- sion wird ohne mich geführt. Fluchthelfer oder Schlepper, Menschenhändler oder Schleuser, es gibt einige Begriffe, die meinen Beruf versuchen zu beschreiben. Ja, es ist ein Beruf wie jeder andere auf dieser Welt.
Von Hamun Tanin.
(der ganze Artikel im PDF Format)

.....................................................................................................................................................................
Fluchthilfeprozess: Solidarität mit den angeklagten Refugees!
Was ist der Fluchthilfeprozess?
Ende Juli 2013 wurden innerhalb von zwei Tagen acht Personen der selbstbestimmten Wiener Protestbewegung von Flüchtlingen (Refugee Protest Vienna) nach Pakistan und Ungarn abgeschoben. Diese hatten zuvor monatelang auf Mängel im österreichischen Asylsystem aufmerksam gemacht und sich in zahlreichen Aktionen für Bewegungsfreiheit und eine Entkriminalisierung von Migration eingesetzt.
Ab dem zweiten Tag der Abschiebungen folgten die Festnahmen von acht weiteren Refugees aus dem Umfeld dieser Protestbewegung. Unter dem Vorwurf, Mitglieder einer millionenschweren, gewalttätigen und internationalen Schlepperorganisation zu sein,
wurden die im Wahlkampf für die Nationalratswahl 2013 stattfindenden Festnahmen von Innenminis- terium und Exekutive legitimiert. Die ersten Vorwürfe wurden schnell entkräftet – beispielsweise jener, die Refugees hätten ein Millionengeschäft gemacht.
Ein Überblick, zusammengestellt von Katarzyna Winiecka und Maria Zimmermann
(der ganze Artikel im PDF Format)

.....................................................................................................................................................................

Rojava Newroz Camp (Syrien) Foto: Birgit Haubner