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Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | 02.09.2015
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INHALT NR. 29:

zitiert - kommentiert (PDF)
Von Hubert Heinhold
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Sicher? Sicher nicht!(PDF)
Eine Fotostrecke über die Diskriminierung der Roma in Mazedonien
Von Allegra Schneider
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Fakten, Dublin, Fakten (PDF)
Fehler im System: Die Dublin-Gleichung geht nicht auf. Beweise in Zahlen .
Von Thomas Hohlfeld
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Bulgarien: Wo Flüchtlingsschutz nur ein Stück Papier ist (PDF)
Die Erlebnisse der jungen Mezgin Osmant
Von Tobias Klaus
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Geld lässt sich besser verschieben als Menschen (PDF)
Über die geschichtliche Entwicklung von Dublin I bis Dublin III
Von Maren Leifker
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Dublin ist tot – Es lebe Dublin! (PDF)
Ein System und seine Prinzipien stecken in der Krise. Deutschland hält trotzdem daran fest
Von Sebastian Muy
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Italien: Anerkannt und obdachlos (PDF)
Hooda,MahamedundihreKinderaufeiner Odyssee durch Europa
Von Tobias Klaus
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Mit Recht gegen Recht (PDF)
Über das Zusammenspiel im Kampf gegen Dublin
Von Maximilian Pichl und Adrian Oeser

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Der Göttinger Widerstand (PDF)
Von der Blockade zur Protestbewegung
Vom Göttinger Bündnis gegen Abschiebungen
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Dublin:EinSysteminderKrise (PDF)
Eins, zwei, drei – wohin soll die Reise gehen?
Von Aida Ibrahim und Bernd Kasparek
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Destination EUhope (PDF)
Auf den Spuren von Bootsflüchtlingen
Eine Fotostrecke von Sil Egger – kommentiert von Jessica Schallock
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Ungarn: Staatlich geförderter Rassismus (PDF)
Ein Interview mit Marc Speer von Agnes Andrae
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Notfallquote kratzt an Dublin (PDF)
Über einen Verbesserungsvorschlag, der gar keiner ist. Oder doch?
Von Ska Keller
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Stillstand (PDF)
HassanundMohammedausSyrienstecken fest. Schuld ist das Dublin-System
Von Sebastian Muy
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Samuels Reise (PDF)
Kirchenasyl als die letzte Hoffnung eines Kindersoldaten
Von Birgit Neufert und Nils Baudisch
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Obdach in der Kirche (PDF)
Die evangelische Gemeinde in Immenstadt gewährt Alia aus Syrien Asyl
Von Christian Steinmüller
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„A Land of Transit“ (PDF)
Dokumentarfilmer Paolo Martino gibt Einblicke in das Leben von Flüchtlingen in Italien.
Ein Interview von Anna-Katinka Neetzke Svensson
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Polen: Inhaftierung statt Schutz (PDF)
Über die Zustände in Deutschlands Dublin-III- Überstellungsland Nr. 1
Von Heiner Thiele
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„Fahr weiter! Nicht zurück!“ (PDF)
Amir, Student aus Damaskus, berichtet über seine Fluchterlebnisse.
Übersetzt und aufgeschrieben von Clara Taxis
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Heimat kann man teilen (PDF)
Der Film „Das Golddorf“
Eine Rezension von Anna Steinbauer
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Das Humanitäre Ausnahmeprogramm (PDF)
Lager Friedland und das Greenwashing des europäischen Asylsystems
Von Matthias Fiedler und Lee Hielscher
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DAS GANZE HEFT ALS (PDF)

Schwerpunkt: Dublin III
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EDITORIAL:

Liebe Leute,
EU Gipfel am 26. Juni 2015: Nach einer langen uneinigen Debatte beschließt die EU eine Umverteilung von 60 000 Geflüchteten. Auf freiwilliger Basis, denn verbindliche Regelungen ließen sich nicht durchsetzen. Nun wird weiterverhandelt, welches Land denn nun wie viele Flüchtlinge aufnehmen kann und soll. Und es zeigt sich ein ums andere Mal: die europäische Hilfsbereitschaft hält sich in Grenzen. Da wird schon ausgiebig argumentiert, um ja nicht zu viele Geflüchtete aufzunehmen. Neu ist dieses Phänomen freilich nicht: Schon seit längerem kennt die EU ausgefeilte bürokratische Regelungen, anhand derer sich hilfesuchende Geflüchtete nach dem Gutdünken einiger Mitgliedstaaten - mit dem Ziel: „Alle anderen zuerst“ - verteilen lassen müssen.
Grund genug für das Hinterland Magazin, sich aus aktuellem Anlass nochmal den Klassiker unter den EU Verordnungen im Bereich Verteilung vertiefend zu widmen: der Dublin Verordnung, auch in der 29-seitigen Neufassung mit dem glanzvollen Untertitel: „Zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung)“.
Mittlerweile sind wir also schon bei Dublin III angekommen. Doch kann das für anhaltenden Verteilungserfolg sprechen? Wohl kaum. Die Autoren und Autorinnen dieser Ausgabe haben die „Herumschiebeverordnung“ deshalb nochmal genau unter die Lupe genommen: Von der geschichtlichen Entwicklung bis zur Unmöglichkeit ihrer Durchführung. Von Bulgarien bis Schweden. Von Kirchenasyl bis zum Lager Friedland.
Und herausgekommen ist vor allem eines: Das bürokratische Herumgeschiebe von Geflüchteten macht weder menschlich noch politisch einen Sinn. Sollte man sich da nicht mal was Neues ausdenken? Mut hingegen machen die vielfältigen – oft erfolgreichen – Aktivitäten gegen Dublin-Abschiebungen. Viele sind auf der Kampagnenseite „Wir treten-ein.de von Pro Asyl dokumentiert und jetzt auch in den Seitenspalten dieses Heftes.
Und - tatarataa: Wir haben den alternativen Medienpreis bekommen. Vielen Dank. Er wurde bereits ausgiebig gefeiert und wir sind hochmotiviert für die nächsten 29 Ausgaben. Und Dank auch an alle, die das Hinterland-Magazin so regelmäßig lesen.

Eure Preisträger und Preisträgerinnen von der Hinterland


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Fakten, Dublin, Fakten
Die Menschenrechtswidrigkeit des Dublin-Systems erklärt sich anhand konkreter Schicksale, also daran, wie mit Schutzsuchenden in Europa umgegangen wird. Im Folgenden geht es vor allem um eine quantitative Beschreibung der Auswirkungen und Mechanismen des Dublin-Systems..
Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Nils Muiznieks, forderte Anfang Mai Deutschland auf, eine Vorreiterrolle bei der Abschaf fung des Dublin-Systems einzunehmen. Dublin sei ein „kaputtes System, das künstlich am Leben gehalten wird“. Erforderlich sei ein Mechanismus, der auf dem Prinzip der Menschenrechte und echter Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten basiere. Nahezu zeitgleich begrüßte Bundesinnenminister Thomas De Maizière die Vorschläge der EU-Kommis sion zur Verteilung bestimmter Asylsuchender innerhalb der EU. Es sei erfreulich, so De Maiziére, dass die Kommission nun aufgegriffen habe, wofür er sich gemeinsam mit einigen Amtskollegen aus anderen EU-Staaten schon länger eingesetzt habe, hieß es in einer Meldung. Zuvor schon hatte Bundeskanzlerin Merkel erklärt, das Dublin-System funktioniere nicht mehr und es müsse daran gearbeitet werden, „Dublin zu verändern“.
Von Thomas Hohlfeld
(der ganze Artikel im PDF Format)
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Notfallquote kratzt an Dublin
Das Dublin-System hat vor allem Nachteile. Dies erkennen mittlerweile auch viele Mitgliedstaaten der EU und plädieren für einen Verteilungsschlüssel. Doch auch dieses Konzept birgt bislang kaum eine Verbes- serung für Geflüchtete.
Menschen, die von Krieg, Verfolgung, Klimawandel oder welchen Gründen auch immer nach Europa fliehen, lernen, einmal angekommen, schnell eine neue Vokabel: „Dublin“. Dublin ist zum Synonym geworden für Abschiebehaft, monatelange Unsicherheit, Trennung von Familien, Verschleppung von Asylanträgen: Das Spiel mit Menschen im Namen eines politischen Theaters. Geflüchtete und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer wissen schon lange um das Leid, das Dublin verursacht. Doch neuerdings überlegen auch einige Regierungen, ob sie die Dublin-Verordnung eventuell ändern wollen. Denn auch aus einer Logik der Abschiebung heraus bringt Dublin wenig: Dänemark verschickt Flüchtlinge an Schweden, Schweden an Deutschland, Deutschland an Österreich, Österreich an Schweden. Da alle Sender und Empfänger gleichzeitig sind, ändert sich für viele Mitgliedstaaten die Zahl der Flüchtlinge, um die sie sich kümmern müssen, nur unerheblich..
Von Ska Keller
(der ganze Artikel im PDF Format)

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Samuels Reise
Die Flucht des Kindersoldaten aus Eritrea führte über viele Länder in eine Grauzone - das Kirchenasyl. Und das ist nun seine letzte Hoffnung.
Es ist Mai. Seit einem Jahr lebt Samuel in Lübeck im Kirchenasyl. Was heute wie Alltag anmutet, hat nur wenig Alltägliches an sich. Bis hierher waren es lange Wege für Samuel und die Kirchengemeinde. Von der Flucht aus Eritrea, durch den Sudan, durch die Sahara, nach Libyen, über das Mittelmeer, wieder Libyen, wieder Mittelmeer, bis Europa. Italien.
„Man brachte uns in das Aufnahmelager bei Catania auf Sizilien. Es war völlig überfüllt. Von mindestens drei oder vier Schiffen wurden alle Menschen dort hineingestopft - vielleicht 1000 insgesamt. Man vergab keine neuen Ausweise, die Zugang zu Essen, Getränken oder Schlafplätzen gewährleisteten. Man konnte sich nachts nur in der Cafeteria oder im Freien aufhalten“, sagt Samuel. Er lebte auf der Straße in Catania, ernährte sich von etwas Wasser und wildwachsenden Kaktusfeigen, die ihm Bauchschmerzen und Hautausschlag am ganzen Körper bescherten. Medizinische Behandlung für diese Beschwerden gibt es nicht. Auch nicht für die Kriegsverletzungen aus Eritrea.

Von Birgit Neufert und Nils Baudisch
(der ganze Artikel im PDF Format)

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Stip. Abgehängt
Die Roma leben auf dem Hügel, ohne an das sanitäre Netz oder an das Verkehrsnetz angeschlossen zu sein. Das Pferd sichert den Lebensunterhalt, der durch das Sammeln von allen möglichen Materialien bestritten werden muss.
Aus der Fotostrecke von Marc Millies und Allegra Schneider