Call

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Call for papers: Hinterland #48
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Schwerpunkt: raum
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Liebe Freund*innen der Hinterland, liebe Autor*innen,

der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2021. Dies sind die Abenteuer des Hinterland-Magazins … Nun, ganz so weit wie das Raumschiff Enterprise wollen wir uns nicht in den Raum wagen. Und hoffentlich nicht so jämmerlich scheitern wie Bavaria One, das Weltraumprogramm der bayerischen Staatskanzlei. In der kommenden Ausgabe unseres Magazins widmen wir uns dem Raum, der uns unmittelbar umgibt, in dem wir täglich leben, lieben, leiden und uns manchmal langweilen. Dem Raum, der uns gelassen wird, aber auch dem, den wir uns nehmen, dem Spielraum, den wir uns schaffen, und den Freiräumen, die wir uns erkämpfen.

Wir möchten das Thema „Raum“ weit fassen, eben die gesamte Weite des Raumes ausschöpfen. Da ist zum Beispiel der Bereich, in dem wir leben und wohnen. Welche Effekte hat Stadtplanung auf den Menschen? Was bewirken Gentrifizierung und die Verdrängung von Menschen aus ihren angestammten Kiezen? Wie kann jede*r sich dagegen wehren? Wird die Stadt von morgen restlos den Reichen gehören, Innenstädte in gigantische Malls verwandelt, die nur zum Shoppen oder Arbeiten besucht werden dürfen, ohne darin zu wohnen? Welche Rolle spielen alternative Wohnkonzepte oder die Besetzung von leerstehendem Wohnraum? Welche Freiräume gibt es und welche müssen noch erkämpft oder verteidigt werden? Wo können Prekarisierte noch wohnen? Wo Geflüchtete leben? Werden Obdachlose aus den Stadtzentren vertrieben, um das schöne Bild und die Konsumtempel nicht zu stören? Aus den Augen, aus dem Sinn.

Da sind die kleinen Räume. Räume, die Schutz und Sicherheit bieten wollen – zumal während einer Pandemie, wo alle Zuhause bleiben sollen. Welche safe spaces gibt es für Personen, denen häusliche Gewalt droht, welche für BPoCs oder LGBTIQ*s, die in der weißen cis Mehrheitsgesellschaft überall und dauernd Diskriminierungen ausgesetzt sind? Wie steht es mit den großen Räumen: Ländern, Meeren, Kontinenten? Räume, die willkürlich von Menschen gezogene Linien im buchstäblichen Sinne begrenzen. Räume, in denen sich die einen bewegen dürfen, die anderen nicht. Und nicht zu vergessen: der digitale Raum. Ein scheinbar unendlicher Raum mit unendlichen Freiheiten, dessen Freiheit von außen durch Regulationen bedroht und von innen durch Hate-Speech missbraucht wird.

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Ihr seht: Raum ist ein weites Feld. Und wir möchten euch den Raum bieten, eure Ideen zu präsentieren. Schickt uns eure Romane zum Raum, eure Kommentare zur Kommune, eure gewagten Glossen zur Gentrifizierung. Schickt uns tragische Texte, eindrückliche Essays, amüsante Anekdoten. Schickt uns Bilderstrecken oder Graphic Novels. Gebt uns Interviews …

Schickt uns, was immer euch zu „Raum“ einfällt, zu folgenden Themen und Themengebieten – und natürlich darüber hinaus:

Wohnräume – Stadtplanung und Kiezgestaltung, Verdrängung und Gentrifizierung. Welcher Raum bleibt den Menschen, welchen Raum nimmt sich der Kapitalismus?

Freiräume – besetzte Häuser und Selbstverwaltung, LGBTIQ* und Selbstbestimmung. Welchen Platz hat selbstbestimmtes Leben? Welchen Platz haben progressive Politik und individuelle Lebensformen?

Öffentlicher Raum – Kunst, Leben und Bewegen. Welchen Platz hat Kunst? Welchen Platz haben die Menschen? Welchen Platz hat Mobilität?

Schutzräume – Leben und Sicherheit. Welchen Schutz haben vulnerable Gruppen in Geflüchtetenunterkünften? Wo finden Frauen und Männer Schutz vor häuslicher oder sexualisierter Gewalt? Wohin können sich bedrohte LGBTIQ*S wenden?

Grenzräume – Nation und Migration. Schengen und Frontex. Wer hat Platz? Wer erhält Asyl? Wer wird wie daran gehindert, sich frei zu bewegen? Wie kann eine humanitäre, oder besser: eine emanzipatorische Migrationspolitik aussehen?

Digitale Räume – die Freiheit der einen und die Freiheit der anderen. Wie bedrohen Hate-Speech, Trolle und rechte Hetze die Freiheit des Internets? Wie europäische Regulationswünsche?

Erinnerungsräume – Gedenken und Mahnen. Welche Denkmäler fehlen, welche sollten gestürzt werden? Warum erhalten Straßen so oft keine neuen Namen, obwohl sie an Rassist*innen oder Antisemit*innen erinnern? Wie gedenken Städte der Opfern von rechtsterroristischen Anschlägen, wie den Opfern der nationalsozialistischen Diktatur? Was geschieht mit Nazi-Bauten?

Ganz besonders freuen wir uns auf eure Texte, wenn ihr Fluchterfahrungen gemacht habt, wenn ihr People of Color seid oder wenn ihr aus der LGBTIQ*-Community kommt. Denn genau euch möchten wir Raum bieten.

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Ideenabgabe: 24.1.2021
Redaktionsschluss: 14.3.2021
Ideen an: redaktion@hinterland-magazin.de

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Bis dahin: Hört nicht auf, euch Freiräume zu erkämpfen!
Eure Raumwunder von der
Hinterland-Redaktion