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Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | 02.07.2016
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INHALT NR. 21:

zitiert - kommentiert (PDF)
Von Hubert Heinhold
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Lebst Du schon? (PDF)
Lebensumstände von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Malmö
Von Anna-Katinka Neetzke Svensson
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„Nicht immer nur böse gucken und am Knüppel rumtatschen“ (PDF)
Der Politkünstler Ralf Homann über unterhaltsame Aktionsformen
Interview von Matthias Weinzierl
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Die Lust am Elend der Anderen (PDF)
„Slumming“ ist angesagt wie nie zuvor
Von Hartl Konopka
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Dancehall ina Germaica (PDF)
Die Debatte über Homophobie in Reggae und Dancehall
Von Patrick Helber
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„Auch wenn es nicht aus bösen Absichten erfolgt, ist es rassistisch“ (PDF)
Atif Hussein über Blackface und andere rassistische Phänomene im Theaterbetrieb
Interview von Till Schmidt
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Shoah-Geschichten zum Wohlfühlen (PDF)
Zur Kritik von Holocaust-Repräsentationen im Film, im Fernsehen und in der Literatur
Von Jan Süselbeck
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„Man stößt auf eine beklemmende Leere“ (PDF)
Caspar Battegay über das Verhältnis von Judentum und Popkultur
Interview von Till Schmidt
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Unter den Vitrinen (PDF)
Die Darstellung von Migration in Museen offenbart oft ein realitätsfernes Gesellschaftsbild
Von Natalie Bayer
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„Aber wenn sie mir überall Steine in den Weg legen, wie schaffe ich das dann?“(PDF)
Awa Kebe über (Un)Möglichkeiten von Unterhaltung
Interview von Sarah Stoll
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Land der Frühaufsteher (PDF)
Paula Bullings Comicbuch über die trostarme Situation von Flüchtlingen
Von Matthias Weinzierl
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Reisende (PDF)
Flüchtlinge im Film. Drei Empfehlungen.
Von Hamon Tanin & Stephan Geuenich
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Über Leben im Wrack (PDF)
Der Film „La Pirogue“ von Moussa Touré
Von Gloria Stamm
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Durch die Wüste (PDF)
In Israel verschärft sich die Situation für afrikanische Flüchtlinge
Von Miriam Edding
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Mit dem Messer der Kritik zum faulen Kern (PDF)
Noborder und kritische Theorie
Von Fabian Georgi
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Ausgelagert (PDF)
Kämpfe gegen die Perspektivlosigkeit in der tunesischen Wüste
Von Marvin Lüdemann
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Alles falsch (PDF)
Ein neuer Sammelband zur „Kulturindustrie“
Von Anthony Houten
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Rassistische Raster (PDF)
Eine weitere Petition gegen „Racial Profiling“ geht an den Start
Von Tahir Della und Jamie Schearer
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DAS HEFT ALS (PDF)

Schwerpunkt: Unterhaltung
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EDITORIAL:

Liebe Leserinnen und Leser,
Nachdem sich unsere letzten zwei Hinterland-Ausgaben mit den Themen Abschiebung und Paternalismus eher schwerer Kost widmeten, hatten wir ein großes Bedürfnis, uns end
lich mal wieder mit einem „leichteren“ Thema zu beschäftigen.

An einem lauen Sommerabend fanden wir am Isarstrand bei Rotwein und Bier auch das passende Thema: Unterhaltung! Uns schwebte ein heiteres, buntes Heft vor, das nur so strotzen sollte vor anregenden Beiträgen über Musik, Kunst, Literatur und Film. Soweit der Plan. Natürlich brach noch am selben Abend eine Debatte darüber aus, was denn eigentlich unter Unterhaltung zu verstehen sei. Schnell wurde klar, dass es höchst unterschiedliche Wege gibt, sich zu „unterhalten“.

Bei der Erstellung der vorliegenden Ausgabe haben wir gelernt, dass Unterhaltung auch eine verdammt ernste Angelegenheit sein kann. So kommt es, dass das vorliegende Heft bei aller guter Absicht doch in weiten Teilen ein Blick in die fiesen Abgründe der Unterhaltungsindustrie geworden ist: Unsere Nummer 21 befasst sich neben vielen anderen Aspekten mit der „Lust am Elend der Anderen“ (Seite 20), mit den rassistischen Praktiken im deutschen Theaterbetrieb (Seite 31) oder der antiquierten Darstellung von Migrationsgeschichte in deutschen Museen (Seite 47). Für positive Vibes sorgt Politkünstler Ralf Homann, der zeigt, dass politische Aktionen durchaus unterhaltend sein können und sollen (Seite 12) sowie einige höchst gelungene Comics und Filme über das Thema Flucht und Migration (Seiten 55, 60, 63).

Es muss also nicht immer leichte Kost sein, und in diesem Sinne ist dieses Heft wahrhaft unterhaltsam!

Gute Unterhaltung
Eure Hinterland-Redaktion .....................................................................................................................................................................
„Die Lust am Elend der Anderent“

Zur eigenen Unterhaltung virtuell oder real einzutauchen in die Welt von Armut, Krieg und Chaos, ist angesagt wie nie zuvor. In der popkulturellen Verwertungsmaschine bleibt die Kritik an den Verhältnissen oft außen vor. Ein Blick in die voyeuristischen Abgründe der Unterhaltungsindustrie.

„,Und wozu kommst du hierher? Zum Vergnügen? Weil es so schön ist? Wegen der Exotik? Willst du sagen, die Scheiße hier stinkt nicht? Und wie sie stinkt. Das ist doch ein Saustall.‘ Er hatte recht. Auf dem Marktplatz lagen große Fische im Dreck des Bürgersteigs. Er hatte recht. Es stank zum Himmel. Daneben hockten die Typen, die sie verkaufen wollten. An der Ausfallstraße der Stadt, zwischen Buden, Marktständen, Müllhaufen, zwischen Gerümpel, ewiger Ebenerdigkeit und postosmanischem Slum […].“
So schreibt der polnische Autor Andrzej Stasiuk, der immer wieder die Elendsregionen Osteuropas bereist. In seinem gerade erschienenen „Tagebuch, danach geschrieben“ stellt er sich selbst die Frage, warum ihn „der balkanische Verfall […] einfach anzieht“, und er versucht, „dieses zerreißende Gefühl“ zu beschreiben; diesen erregenden Schauder über fremdes Leid, ab hier kurz „Slumming“ genannt.
Slumming ist en vogue, im Alternativtourismus, in Filmen und in der Popmusik. Die SZtitelte am 22. Oktober dieses Jahres: „Unwiderstehlich und daheim verboten: Pop aus den Slums von Tansania“. Darin wird „der Sound der Armenviertel und Squatter-Camps“ abgefeiert und „zum Sound eines täglichen Überlebenskampfes“ erklärt. Die Musik aus den Elendsquartieren der Welt ist der letzte Schrei im Popjournalismus und in den Clubs des reichen Nordens. Sie heißen Mchiriku (Tansania), Favela Funk (Brasilien), Kuduro (Angola) oder Kwaito (Südafrika)
und werden unter dem Begriff „Global Bass“ oder „Global Ghetto Tech“ vermarktet. Zum Image gehören gewalttätige Parties und Verbote von Konzerten oder Radioplays, natürlich nur an den Originalschauplätzen. „Zu zweifelhaft ist ihr Ruf, zu kriminell ihr Umfeld“, ist im oben zitierten SZ-Artikel zu lesen.
von Hartl Konapka
(das ganze Interview im PDF Format)
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Shoah-Geschichten zum Wohlfühlen

Voriges Jahr entzog der US-amerikanische Dramatiker Bruce Norris dem Deutschen Theater Berlin die Aufführungsrechte für sein Stück „Clybourne Park“. Anfang 2012 sorgte die Inszenierung des Stückes „Ich bin nicht Rappaport“ am Berliner Schlossparktheater für hitzige Debatten. Ausgangspunkt war in beiden Fällen das Blackfacing von Schauspieler_innen. Till Schmidt sprach mit Atif Hussein von der Initiative Bühnenwatch, die sich für ein Ende rassistischer Praktiken an deutschen Theatern einsetzt.
(der ganze Artikel im PDF Format)

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