...................................................................................................................................................................................................................................... Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | ...................................................................................................................................................................................................................................... |
![]() .................................................................... INHALT NR. 17: Von Hubert Heinhold .................................................................... .................................................................... Ein ungarisches Dorf zieht gegen Roma zu Felde Von Jana Bollmann .................................................................... .................................................................... Die Einführung des „Ungarischen Arbeitsplans“ nach deutschem Vorbild Von Tomasz Konicz .................................................................... .................................................................... Ode an den einzigen aus der Räterevolution übrig gebliebenen Rat Von Bernd Mesovic .................................................................... .................................................................... Ein Interview mit Antonio Cruz über kommunistische Utopien und das Leiden an der Politik Von Sara Magdalena Schüller .................................................................... .................................................................... .................................................................... Zwei Jahrzehnte danach: Ein Rückblick auf Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen Von Heike Kleffner .................................................................... .................................................................... Ein Gespräch mit Michael Stenger über heftige Kämpfe und großen Spaß Von Matthias Weinzierl .................................................................... Grußwort: Die Grünen (PDF) .................................................................... Lektionen in Flüchtlingsarbeit (PDF) Ein Praktikumsbericht Von Florian Zehetmair .................................................................... .................................................................... .................................................................... Ein Abriss der Münchner Flüchtlingsarbeit von 1991 bis 2011 Von Florian Fritz .................................................................... .................................................................... .................................................................... .................................................................... .................................................................... .................................................................... 30 Monate im Bayerischen Flüchtlingsrat. Eine Nachschau. Von Stefan Klingbeil .................................................................... .................................................................... Wie schwer es ist, schwarz zu sein und Fahrrad zu fahren. Von Gertrud Kiermeier .................................................................... .................................................................... .................................................................... Drei Tage – drei Geschichten – drei Schicksale (PDF) In der Geschäftsstelle des Flüchtlingsrates. Von Tobias Klaus .................................................................... .................................................................... Der BFR als Pickel am Allerwertesten der freistaatlichen Dominanzkultur Von Fritz Burschel .................................................................... .................................................................... Flüchtlingsthemen werden immer attraktiver in Deutschland Von Debru Zewdie Ejeta .................................................................... .................................................................... .................................................................... Der vergessene Protest der Flüchtlinge von der Emma-Ihrer-Straße Ein Comic von Matthias Weinzierl .................................................................... Gisela Seidler über kein mensch ist illegal und hedonistische Arbeitsweisen Ein Interview von Ralf Homann .................................................................... .................................................................... Ein kritisches Schlaglicht zum 150. Geburtstag von Rudolph Steiner Von Peter Bierl .................................................................... .................................................................... .................................................................... 25 Jahre importierter Soli-Kaffee. Ein Gespräch mit Anne Löwisch von Mitka. Von Stefan Klingbeil .................................................................... .................................................................... von Klassenkämpfen zur Stadtplanung Von Florian Feichtmeier .................................................................... .................................................................... Über die kulturelle Vermiefung eines Stadtviertels Von Caspar Schmidt .................................................................... Veränderungen im Westend oder was mich noch mehr ärgert Replik von Boris von Johnson .................................................................... |
Schwerpunkt: Das letzte Viertel
..................................................................................................................................................................... EDITORIAL: Wertgeschätzte Hinterland-Leserinnen und -Leser, Wir muten Ihnen etwas zu! Bei den letzten 16 Hinterland-Ausgaben haben wir es tunlichst vermieden – mehr als eigentlich geboten – über die Aktivitäten und das Personal unseres geschätzten Herausgebers, dem Bayerischen Flüchtlingsrat, zu berichten. Zu groß schien uns die Gefahr, unserem Magazin damit den Mief einer piefigen Vereinspublikation zu verpassen und viel zu groß war und ist unsere Lust, sich als eigenständige Redaktion uneingeschränkt selbstgewählten Schwerpunkten zu widmen und sich damit auch mal über den eignen Tellerrand hinauszuwagen. Aber jetzt sind wir einfach fällig. Der BFR hat sein erstes Vierteljahrhundert hinter sich gebracht – und das ist uns Anlass genug, die vergangenen 25 Jahre zum Thema einer ganzen Ausgabe zu machen. Viel ist passiert… Machen Sie sich also auf etwas gefasst. ..................................................................................................................................................................... Servus Bayern! Pfiad Di, Flüchtlingsrat! Es war der auch in Deutschland bekannte Psycholinguist und Völkerkundler R. W. B. McCormack, der auf die historische Eigentümlichkeit hingewiesen hat, dass im Jahr 1919 mit Sowjet-Bayern die erste Räterepublik auf deutschem Boden entstanden ist. Das politisch gemeinhin als rückständig geltende Bayern habe jedoch keineswegs Grund sich zu schämen, insbesondere wegen der jüngsten weltpolitischen Entwicklung: „Das Land Bayern war die erste Sowjetrepublik auf deutschem Boden. Sie ist lange vor der UdSSR zerfallen. Der Freistaat war auch in dieser Hinsicht wegweisend.“Dass von der Bayerischen Räterepublik einzig noch der Flüchtlingsrat geblieben ist, stimmt trotzdem wehmütig, hat mich doch meine aus dem Pfälzischen stammende Großmutter, die zu Revolutionszeiten eine Krankenschwesternausbildung in München machte, auf die außerordentliche Höflichkeit hingewiesen, mit der die jungen Revolutionäre, die Waffen beiseite legend, halfen, ihr Gepäck zu tragen und ihr in der Straßenbahn Platz anboten. Das offenbar auch ordnungspolitisch funktionierende Modell der Räte hätte wohl eine echte Chance verdient gehabt, ganz besonders vor dem Hintergrund dessen, was sich historisch zwischen das Ende der Räterepublik und die Neugründung des Bayerischen Flüchtlingsrats schieb... Von Bernd Mesovic (der ganze Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... Der Rassismus der frühen Jahre Ein Rückblick zwei Jahrzehnte nach den Pogromen von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen. Hoyerswerda, das ist doch schon zwanzig Jahre her und im Vergleich zu Rostock-Lichtenhagen doch relativ harmlos ausgegangen. So oder ähnlich lauten die Kommentare von politisch interessierten Mittvierzigern, wenn sie auf die Ereignisse im September 1991 in der ehemaligen sozialistischen Musterstadt mitten in Sachsen angesprochen werden. In wenigen Wochen jährt sich das erste rassistische Pogrom im vereinten Deutschland zum zwanzigsten Mal. Der Einfluss, den die Ereignisse jener September-Woche sowohl auf die extrem rechte Mobilisierung der gesamten 1990er Jahre, als auch auf den Alltag von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten – und damit auch auf die antirassistischen Bewegungen und Selbstorganisierungen in Ost- und Westdeutschland – hatte, wird nach wie vor allzu leicht übersehen. Dabei war es der vielfache Tabu-bruch von Hoyerswerda, der unter anderen das tagelange Pogrom in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 erst möglich machte. ... Von Heike Kleffner (der ganze Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... 3 Tage 3 Geschichten 3Schicksale Die Einzelfallarbeit im Flüchtlingsrat ist kaum zu beschreiben.Tobias Klaus schildert darum exemplarisch drei Tage in der Geschäftsstelle,die ihm besonders in Erinnerung geblieben sind. Telefon. Zwei Tage vorher wurde ich über den Fall informiert: Noch bevor das neue Bleiberecht greifen kann, wollen die Straubinger Behörden eine Familie nach Syrien abschieben. Vor zwölf Jahren waren die syrischen Christen geflohen, haben sich seitdem in Straubing eingelebt, ihre Kinder sind dort geboren, gehen zur Schule und haben Freundinnen und Freunde gefunden. Mit den Unterstützerinnen und Unterstützern der Familie habe ich mich bereits getroffen, eine Unterschriftenkampagne und Faxaktion läuft, eine Petition im Landtag wurde eingereicht, der Bischof ist informiert, die Pressemitteilung versendet. Erst einmal telefoniere ich mit der Anwältin, der Eilantrag wurde abgelehnt, die Ausländerbehörde will weiter abschieben. Ein Anruf bei der Ausländerbehörde: Sie sind genervt von der Faxaktion und wollen nicht mit mir sprechen. Es sieht nicht gut aus. Ich kontaktiere ein paar Journalistinnen und Journalisten.... von Tobias Klaus (der ganze Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... ![]() ..................................................................................................................................................................... Die Penetranz der bayerischen Guerilleros . Der Bayerische Flüchtlingsrat als Pickel am Allerwertesten der freistaatlichen Dominanzkultur „Bürger seines Landes wird man, wenn es ist wie dieses Land, nur als eine Art Guerillero.“ Dieser Satz von Klaus Theweleit trifft auf kaum jemanden in Bayern so sehr zu wie auf die Aktiven des Bayerischen Flüchtlingsrates. Wie schief gewickelt muss man auch sein, sich im Bierdimpfl-Großbiotop gegen die herrschende gated community von Laptop und Lederhosen aufzumandeln? Was für ein Selbstbewusstsein braucht man, um sich gegen die Übermacht dessen zu stemmen, was in Bayern sub signo crucis das Sagen hat? Und welche enorme Frustrationstoleranz, um nicht auf gut Deutsch zu sagen: Sturköpfigkeit, braucht es, um dem Bisschen Menschenrechte gegen die Arroganz und Exklusivität einer autoritären Den kungsart und Exekutive auf die Sprünge zu helfen. Man muss eine/einer der Guerilleras/Guerilleros in den Reihen des Bayerischen Flüchtlingsrates sein. Und ich weiß wovon ich spreche, ich kenne etliche von ihnen und bewundere sie für die unaufgeregte Widerborstigkeit und Bauernschläue. Und oft – zumal in brenzligen Situationen – habe ich diese Leute geliebt. Von Friedrich C.Burschel (der ganze Artikel im PDF Format) ..................................................................................................................................................................... |