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Aktuelle Ausgabe | Archiv | AutorInnen | Bestellen | Nachrichten | Impressum | 27.09.2016
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INHALT NR. 13:

Zur Lage im Kosovo (PDF)

Stellungnahme des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma
Von Romani Rose
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Das Heft der Flüchtlingsräte 2010 stellt sich vor (PDF)
Hinterland Redaktion
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Der blinde Fleck im Bewusstsein Europas (PDF)
Bilder und Eröffnungsrede einer Ausstellung
Von Joakim Eskildsen und Günter Grass
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Eine Geschichte des Hasses (PDF)
Ein geschichtliches Panorama des Antiziganismus
Von Markus End
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Schützt uns vor "Zigeuner"-Bildern (PDF)
Warum Sinti & Roma keine "Zigeuner" sind
Von Wilhelm Solms
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"Sinti und Roma,die haben eine Mentalität ..." (PDF)
Antiziganistisches im Bremer Lokalfernsehen
Von Polypol
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Ein Konsens vom Biertisch bis ins Amt (PDF)
Der Ausgrenzung entgegentreten - Eine Rede
Von Sevim Dagdelen
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Im Kosovo herrscht Selbstjustiz (PDF)
Interview mit Djevdet Berisa, Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins Romane Aglonipe
Von Sigmar Walbrecht
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Angewiesen auf die Hilfe der eigenen Leute (PDF)
Interview mit Matthäus Weiß, dem Vorsitzenden des Landesverbands der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein
Von Andrea Dallek
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Verwaltungsakt oder Antiziganismus? (PDF)
Die Abschiebung von Roma aus Deutschland
Von Bastian Wrede
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Deutschland mit Kinderaugen (PDF)
Interview mit Enisa Kunert, deren Familie nach Montenegro abgeschoben wurde
Von Bastian Wrede
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Fremd im eigenen Land (PDF)
Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust
Vom Verein für Geschichte und Leben der Sinti und Roma in Niedersachsen e.V.
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Vertreibung,Blei und Straflosigkeit (PDF)
Der Krieg und die Tragödie der Roma im Kosovo
Von Dirk Auer
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Verdammt, vertrieben, abgeschoben (PDF)
Zur Lage zwischen Flucht und Abschiebung
Von Karin Waringo
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Niemals und nirgendwo wieder (PDF)
Rede zum Gedenken an die NS-Opfer
Von Romani Rose
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"Wir bleiben hier - alle!ß (PDF)
1993 kämpfen Roma auf dem Gelände der KZ- Gedenkstätte in Dachau gegen ihre Abschiebung
Von Agnes Andrae
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Citizens of Planet Paprika (PDF)
Die Haltbarkeit linker "Zigeunerromantik"
Von Steffen Greiner
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Europa macht Jagd auf bettelnde "Zigeuner" (PDF)
Maßnahmen gegen bettelnde Roma
Von Karin Waringo
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"Bettel-Mafia bedrängt Kirchgänger" (PDF)
Die bürgerliche Presse geht mir auf die Nüsse
Von Caspar Schmidt
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Bildung muss die Menschen im Herzen treffen (PDF)
Ein Gespräch mit Alexander Diepold, dem Vorsitzenden des Vereins Madhouse GmbH
Von Dorothee Chlumsky
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Aktion 302 (PDF)
Gesicht zeigen für das Bleiberecht von Roma
Von Volker Maria Hügel
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Kinder des Windes (PDF)
Tanzprojekt fördert Selbstbewusstsein von Flüchtlingskindern in Sachsen-Anhalt
Von Frauke Sonnenburg
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Den Henkern in die Hände (PDF)
Der fast vergessene Widerstand gegen das Regime
Von Human
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"Höchste Zeit das Feld der Appeasement-Politik zu verlassen" (PDF)
Ein Gepräch mit Dr.Sasan Harun-Mahdavi, lang- jähriger Aktivist der exiliranischen Opposition
Von Till Schmidt
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Die besondere Art der "Wohlfahrt" (PDF)
Eine Polizei-AG in Südhessen befreit einen Landkreis von unerwünschten AusländerInnen
Von Carolin Simon-Winter
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Am Rande des Rechts (PDF)
Die Problematik der Dublin-II-Verordnung
Von Dominik Bender
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Slowenien humaner als Bayern (PDF)
Familie Avdija erhält nach langem Kampf Asyl
Von Stephan Dünnwald
Schwerpunkt: Antiziganismus
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EDITORIAL:

300 Seiten hätten es locker werden können. Wenn die Flüchtlingsräte gemeinsam Artikel sammeln, fehlt es der Redaktion an Auswahl nicht. Zumal das Thema Antiziganismus unerschöpflich ist. Die Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma, über Jahrhunderte hinweg, die antiziganistischen Kontinuitäten, bis ins Heute hinein, und die aktuellen Abschiebungen in den Kosovo könnten ganze Bibliotheken füllen - und machen wütend. Leider mussten wir, die Hinterland-Redaktion, die diesmal mit der Federführung für das gemeinsame Heft der Flüchtlingsräte betraut war, das Material auf 86 Seiten zusammendampfen.

Viele lesenswerte Artikel fanden im Heft leider keinen Platz. Einige Meinungen sind aus Überzeugung nicht vertreten, wenn es sich auch um Meinungen handelt, die innerhalb der Debatten virulent sind. Unser Anliegen, nicht nur dem Rassismus, sondern auch dem Positivrassismus entgegenzutreten, führt sich beispielsweise auch auf dem Felde des Antiziganismus fort. Beiträge, die auf eine positive Umwidmung antiziganistischer Vorurteile abzielen, sind deshalb nicht in diesem Heft. Eine weitere problematische Argumentation ist uns aufgefallen: Sinti und Roma hätten, so ist oft zu lesen, viel mehr zu leiden, als diese oder jene Opfergruppe. Das mag schon richtig sein. Dennoch halten wir das ins Verhältnis setzen von Opfergruppen und die Aufteilung in mehr oder weniger Benachteiligte für keinen guten Gedanken. Ein Konkurrenzverhältnis der Ressentiments schadet in Summe.

Wichtig war uns auch, nicht nur ÜBER Sinti und Roma zu berichten, sondern ebenso Sinti und Roma Öffentlichkeit zu verschaffen. Das ist uns weit weniger gelungen, als wir uns das gewünscht haben, aber dennoch konnten einige Sinti und Roma als AutorInnen und GesprächspartnerInnen gewonnen werden. Dies wäre nicht möglich gewesen, ohne die gute Zusammenarbeit der Flüchtlingsräte Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Hessen und Bayern. Wir wünschen den LeserInnen, im Namen aller Flüchtlingsräte, viel Kurzweil mit diesem Heft.

Ihre Hinterland Redaktion



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SCHÜTZT UNS VOR "ZIGEUNERBILDERN"!

"Warum darf man eigentlich nicht mehr ‘Zigeuner’ sagen?" Wer heute noch die Frage stellt: macht deutlich, auch weiterhin "Zigeuner" sagen zu wollen. Die Antwort darauf könnte lauten: Der Name "Zigeuner" ist erstens eine Fremdbezeichnung – "im Volk wurden sie Zigeuner genannt", heisst es in mehreren Chroniken aus der Zeit ihrer Einwanderung. Zweitens wird er als Schimpfwort verwendet – in Lexika werden als "Synonyme" unter anderem "Tagedieb", "Gauner" und "Drecksack" genannt. Und drittens passt der Name auf die heute lebenden Angehörigen dieser deutschen Minderheit nicht. Denn diese sind keine "Fahrenden", die "herumzigeunern"und ein "freies"oder gar "lustiges Zigeunerleben"führen, sondern schon seit Jahrzehnten zu mehr als neunzig Prozent sesshaft und schon deshalb keine "Zigeuner". Dagegen ist die Eigenbezeichnung "Sinti und Roma" keine "neue Bezeichnung", sondern wird seit dem 14. Jahrhundert durch mehrere Zeugnisse belegt. Als "Sinti" bezeichnet sich die Volksgruppe, die Anfang des 15. Jahrhunderts nach Deutschland und in die Nachbarländer eingewandert ist. Als "Roma" bezeichnen sich die in ost- und südosteuropäischen Ländern lebenden Volksgruppen und als "deutsche Roma"diejenigen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts aus Rumänien und anderen osteuropäischen Ländern hierher gekommen sind. (der ganze Artikel im PDF Format)

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VERWALTUNGSAKT ODER ANTIZIGANISMUS?

Bis zu 10.000 Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo sind in Deutschland momentan von Abschiebung in das Kosovo, nach Montenegro oder Serbien bedroht. Sie sollen gehen, nicht weil sie Roma sind, sondern weil sie als Flüchtlinge nur geduldet waren, solange man sie nicht zurückschicke konnte. Da die Republik Kosovo nun als sicher gilt und deren Regierung sich offiziell bereit erklärt hat, auch Roma-Flüchtlinge zurückzunehmen und zu "reintegrie- ren", sind die Roma zur Ausreise verpflichtet. Wenn sie nicht freiwillig ausreisen, dann erfolgt die Abschiebung. (der ganze Artikel im PDF Format)

Gesehen 2008 bei einem Faschingsumzug in Uffing

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EUROPA MACHT JAGD AUF BETTELNDE "ZIGEUNER"

Seit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens haben Massnahmen gegen bettelnde Roma wieder Hochkonjunktur.Dabei bedient man sich gezielt antiziganistischer Motive,die durch diese Massnahmen weiter gestärkt werden.

Eine junge Frau betritt die Eingangshalle des Pariser Ostbahnhofs. Mit ihren langen schwarzen Haaren, die bis an die Taille reichen, und ihrem knöchellangen Rock ist sie unschwer als "typische Zigeunerin"zu erkennen. Binnen weniger Sekunden schwirren Sicherheitskräfte von allen Seiten herbei und führen die Frau ab. Solche oder ähnliche Szenen wiederholen sich tagtäglich überall in Europa. Nach einer kurzen Ruhephase hat man bettelnde Roma wieder als Thema entdeckt, mit dem man Stimmen einfangen und Einschaltquoten in die Höhe treiben kann. (der ganze Artikel im PDF Format)

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DEN HENKERN IN DIE HÄNDE

Der Iran erlebt derzeit die schlimmste Repressionswelle seit der Phase der Massenhinrichtungen nach Beendigung des Krieges mit dem Irak 1988/89. Schon damals, kurz vor dem zehnten Jahrestag der Revolution, exekutierte das Regime über 4.500 politische Häftlinge. Seit den Massenprotesten im Gefolge der Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 sind mindestens 4.000 Menschen verhaftet worden, von denen immer noch 200 in den Gefängnissen ausharren. Internationalen Menschenrechtsorganisationen zufolge, wurden in Schauprozessen vermeintliche Anführer - aufgrund von erpressten oder durch Folter erzwungenen Geständnissen - zu langen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt. Am 28. Januar fanden die ersten Hinrichtungen statt. Mohammad Ali Zamani (37) und Arash Rahmanipour (19) wurden für schuldig befunden, der monarchistischen Gruppierung "Anjoman-e Padeshahi-e Iran" (API) anzugehören und gehängt. Weitere Anklagepunkte waren "Propaganda gegen das System"und "Versammlung und Konspiration mit dem Ziel, die innere Sicherheit zu gefährden." Bereits im Januar 2010 und November 2009 wurden zwei kurdische Politiker, Ehsan Fattahian und Fasih Yasamani, hingerichtet. Derzeit sind rund 20 zum Tode verurteilte Kurdinnen und Kurden in den Gefängnissen inhaftiert. (den ganzen Artikel im PDF Format)

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