Feindselige Umgebung

Von Goodluck Haule

Überall auf der Welt flüchten Menschen vor Lebensumständen, unter denen sie wegen ihres Geschlechtes oder ihrer Sexualität um ihr Leben fürchten müssen. Ob sie in Deutschland Sicherheit finden, ist ungewiss – ein Betroffener hat der Hinterland seine Geschichte erzählt. Von Goodluck Haule. Übersetzung von Tom Reiss.

In Deutschland angekommen, erfahren schwule, lesbische, bisexuelle und transgender Geflüchtete weiterhin verbale Angriffe, Intoleranz und Homophobie. Wir stoßen auf Schwierigkeiten während des Asylprozesses und leben immer noch in Angst, während wir mit derselben Art von Menschen untergebracht werden, vor denen wir in unseren Heimatländern geflohen sind (LGBT-Geflüchtete aus Afrika werden zum Beispiel in denselben Unterkünften untergebracht wie heterosexuelle geflüchtete Männer und Frauen, deren Mehrheit homophob ist).

So weit ich weiß, hat Deutschland vor Kurzem die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert, und diese Nachricht war für die meisten von uns, die wir den größten Teil unseres Lebens unter dem Joch der Unterdrückung gelebt und homophobe Gewalt erlebt haben, eine große Erleichterung und Befreiung. Ich kam Ende 2017 nach Deutschland und habe als schwuler Mann aus Tansania (Ostafrika) sofort Schutz beansprucht. Als ich in Deutschland ankam, jubelte
und feierte ich, dass ich endlich frei war, frei von Verfolgung, frei von sexueller Gewalt, frei von Polizeibrutalität, frei von Angst und Last, frei von Hölle und Intoleranz, ich jubelte und feierte, dass ich in einem gelobten Land angekommen war, einem Land der Freiheit.

Ich wurde von der Schwulenberatung Berlin und dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) in Obhut genommen, mit denen ich schon von Tansania aus in Kontakt gewesen war und die sofort anfingen, mich zu unterstützen, als ich in Deutschland ankam. Das Leben in der Herberge der Schwulenber- atung Berlin war sehr gut und so frei, weil ich mit eben der Gruppe von Menschen untergebracht war, die ich meine LGBT-Familie nannte. Alle waren glücklich, und wir freuten uns, endlich frei zu sein und unsere Würde, unser Gefühl von Respekt zurückge- wonnen zu haben.

(der ganze Artikel im PDF Format)